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Die Schleie: Alle Infos zum Fisch

Die Schleie, auch „Schlei“ genannt, ist ein besonders schleimiger, mit seinem grünen Schuppenkleid aber auch sehr hübscher und schmackhafter Fisch.

In diesem Artikel bekommst du einen umfassenden Überblick über diesen spannenden Friedfisch. Du erfährst, was die Schleie so besonders macht, wo und wann du sie am besten fängst und welche Ausrüstung du dafür benötigst.

Beschreibung der Schleie

Steckbrief

Friedfisch - Schleie
Zielfisch Schleie - Steckbrief

Aussehen

Die Schleie ist ein wunderschöner und ziemlich unverwechselbarer Fisch. Die Grundfarbe ist grünlich-braun bis olivfarben mit einem leichten Goldschimmer. Die Flanken sind etwas heller und der Bauch ist meist gelblich bis gelblich-weiß.

Die Schleie hat einen länglichen kräftigen Körper mit vielen kleinen Schuppen. Auffällig ist der extrem hohe Schwanzstiel und die besonders schleimige Haut des Fisches. Das kurze Maul ist vorstülpbar und mit Schlundzähnen ausgestattet. Es ist endständig und besitzt zwei kurze Barteln an den Mundwinkeln.

Verbreitung & Lebensraum

Die Schleie stammt ursprünglich aus Mitteleuropa. Inzwischen sind sie aber über fast ganz Europa weit verbreitet, mit der Ausnahme von Griechenland und Nordskandinavien. Auch in vielen Teilen Asiens mit gemäßigtem Klima ist die Schleie anzutreffen.

Die Schleie bevorzugt langsam fließende und stehende Gewässer und hält sich gerne am Grund auf. Diese Fische sind unempfindlich gegenüber sauerstoffarmen Wasser und sogar in sonst eher fischarmen kleinen Tümpeln zu finden. Außerdem können sie in eine Hitze- oder Kältestarre verfallen und so Perioden mit extremen Sauerstoffmangel überleben. Sie mögen schlammige Böden und üppigen Pflanzenbewuchs.

Fress- & Beißverhalten

Grundsätzlich ist die Schleie ein Allesfresser. In erster Linie frisst sie kleine, am Boden lebende Wirbellose wie zum Beispiel Insektenlarven, Schnecken, Muscheln oder Würmer. Gelegentlich wird der Speiseplan aber auch durch pflanzliche Kost erweitert. Die heranwachsenden Schleien ernähren sich zunächst überwiegend von Algen. Auf Nahrungssuche gründeln Schleie häufig in kleinen Gruppen am Gewässergrund und wühlen dabei den Bodenschlamm auf.

Laichverhalten

Bei einer Wassertemperatur von 18 bis 20 Grad beginnen Schleien zu laichen. Meist beginnt die Laichzeit Ende April und zieht sich bis in den Juli, teilweise sogar bis in den August hinein. Die Fische versammeln sich in größeren Schwärmen, um zu den Laichplätzen zu ziehen. Die bevorzugten Laichorte befinden sich meist in der Nähe des Ufers, wo es sonnendurchflutet ist und es viel Vegetation gibt.

Schleien sind Kraut- bzw. Haftlaicher. 200 000 bis 500 000 Eier legt ein Weibchen dabei in Abständen von zwei Wochen portionsweise ab. Wodurch es zu einer Laichzeit von bis zu zwei Monaten kommt. Nach 3 bis 5 Tagen schlüpfen die Larven.

Zunächst kleben sie sich an den Pflanzen fest und ernähren sich vom Dottersack. Sobald sich die Kiemen vollständig entwickelt haben werden die jungen Schleien zu Freischwimmern und fressen Plankton, ehe sie wie die erwachsenen Fische am Grund nach tierischer Nahrung suchen. Der Schlei wächst sehr langsam und wird mit ca. 4 Jahren geschlechtsreif.

Ausrüstung zum Schleien angeln

Auf Schleien wird am häufigsten mit einer Posenmontage geangelt.

Rute

Die Rute sollte nicht zu fein sein, da in der großen Schwanzflosse der Schleien einiges an Kraft steckt. Gut geeignet ist eine Matchrute mit rund 30 g Wurfgewicht oder eine klassische, englische Posenrute mit 1 lb bis 1,5 lb.

Meine Empfehlung*:

Daiwa Aqualite Power Match 3,90m 7-30g Rute

Rolle

Am besten passt dazu eine Stationärrolle. D.h. die Spule steht bei der Rute fest und wird beim Auswerfen abgerollt. Mit Hilfe des eigenen Schnurfangbügels lässt sich die Schnur wieder aufwickeln.

Pose & Haken

Wagglerposen* als Liftmontage zeigen sehr gut Hebebisse an und sind windstabil. Die Tragkraft richtet sich nach Wurfentfernung und Windverhältnissen und liegt meistens bei 3 bis 5 Gramm. Bei der Liftmontage sitzt das Bleischrot dicht am Haken und reagiert sofort, wenn der Fisch den Köder nimmt. Das Blei wird angehoben und die Pose steigt aus dem Wasser.

Die Hakengröße hängt natürlich vom Köder ab, liegt aber in der Regel zwischen 16 (für mehrere Maden) und 10 (für ganze Tauwürmer oder mehrere Maiskörner). Achte darauf, dass deine Haken aus dickem Draht sind, damit sie sich im Drill nicht aufbiegen.

Köder

Besonders beliebt bei Schleien sind Naturköder, wie Maden, Larven und Würmer. Aber auch Mais. Wobei du den Mais auch mit einem Wurm oder einer Made kombinieren kannst. Bewährt haben sich außerdem die Klassiker: Brot und Teig. Und auch mit Boilies kannst du Erfolg haben.

Schnur

Hier eignet sich eine monofile Schnur mit 0,18 mm bis 0,22 mm. Das robuste Nylonmaterial ist im Wasser kaum zu sehen und nimmt nicht so viel Flüssigkeit auf wie geflochtene Schnur.

Kescher

Da Schleien schlammigen Untergrund mögen, empfiehlt sich ein Unterfangkescher mit langem Teleskopstiel. Zusätzlich sollte der Kescher ein feinmaschiges, gummiertes Netz haben, um den Fisch zu schonen.

Schleien angeln

Angelgewässer für Schleien

See

Schleien kannst du besonders häufig in stillen Gewässern und Seen antreffen. Versteckmöglichkeiten, wie Seerosen, Schilf oder einen krautigen Boden lieben die Fische. Je bewachsener das Gewässer, desto besser für die Schleien. Auch ein schlammiger Untergrund ist eine gute Voraussetzung.

Fluss

In langsam fließenden Flüssen stehen die Chancen auf Schleien ebenfalls gut. Vor allem wenn der Fluss später noch in einen See oder Teich mündet.

Kanal

In Kanälen finden Schleien sich nicht ganz so häufig. Sie halten sich besonders gern bei Kanalverengungen, Brücken und Spundwänden auf oder in Kanalbuchten. Wenn du die Schleien ein paar Tage vorher anfütterst, kannst du deine Fangchancen erhöhen.

Passende Angelstelle finden

Die Schleie kann auch in sauerstoffarmen Gewässern gut überleben. Ein gutes Indiz sind viel Kraut und Seerosen. Am Rand und in Lücken von Krautfeldern steht deine Pose also goldrichtig.

Fressende Schleien verraten sich oft durch ihre Gründelspuren. D.h. es steigen Bläschen auf, wenn durchs Wühlen im Sediment Gase freigesetzt werden. Bei Schleien sind diese Blasen eher klein und bei Karpfen größer. Manchmal verraten sich die Fische auch an der Oberfläche, wenn sie wenden und dabei lautstark mit ihrer Schwanzflosse auf das Wasser schlagen.

Fang- & Jahreszeiten

Beste Fangzeiten

Wie bei vielen Fischarten ist es auch bei der Schleie so, dass sie häufig in der Dämmerungszeit beißt. Das ist vor allem an warmen, sonnigen Tagen der Fall. Im Frühling, wenn das Wasser noch kalt ist, fressen sie aber auch mitten am Tag, sodass du auch tagsüber gute Chancen auf einen Fang hast.

Jahreszeiten

Die Schleie lässt sich zu verschieden Jahreszeiten gut angeln. Die größten Chancen hast du aber im Frühling. Wenn sich die Wassertemperatur im März und April langsam erwärmt und die Laichzeit beginnt, sind auch die Schleien sehr aktiv. Außerdem sind die Seerosen noch nicht so groß, was dir einen Vorteil verschafft.

Auch im Sommer sind die Fische sehr aktiv. Das Kraut und die Seerosen stehen inzwischen dichter und die Schleie kann sich besser verstecken. Du musst also versuchen sie mit dem richtigen Köder aus der Reserve zu locken.

Auch zu Herbstbeginn, wenn die Fische nochmal Futter brauchen, bevor sie in Winterstarre verfallen, lohnt es sich auf Schleien zu angeln. Jetzt wagen sie sich sogar häufiger aus ihren sicheren Verstecken. Du kannst etwas kleinere Köder wählen als sonst.

Da Schleien in eine Kältestarre verfallen, wirst du im Winter eher keine Schleie an den Haken bekommen. Dabei buddelt sich der Fisch in ein Schlammloch am Gewässergrund und wird erst wieder aktiver, wenn die Temperaturen wieder ansteigen.

Schleien angeln
Friedfischangeln: Schleie am Haken

Gesetzliche Regelungen beim Schleien angeln

Schonzeiten

Wie bei allen anderen Fischarten auch, hat jedes Bundesland seine eigenen Regeln. In den meisten Bundesländern gilt für Schleien keine Schonzeit. In wenigen Bundesländern liegt sie zwischen Mai und Juni. Auch hier mein Rat: Informiere dich vor deinem Angelausflug über die lokalen Bestimmungen.

Mindestmaße

Das Mindestmaß liegt in vielen Bundesländern bei 25 Zentimetern. Aber auch hier ist es ratsam, sich vorher zu informieren, was für deinen Standort gilt.

Noch mehr Wissen zu Schleie und Co.*

Fazit – Zielfisch Schleie

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Schleie ein wunderschöner und vielseitiger Fisch ist, der sowohl erfahrene Angler als auch Anfänger begeistert. Du weißt jetzt welche Ausrüstung du brauchst und wann und wo du am besten dein Angelglück versuchen kannst. Mit diesem Wissen bist du bestens vorbereitet, um dich selbst ans Wasser zu wagen und auf Schleienjagd zu gehen.

Petri Heil!


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1 Gedanke zu „Die Schleie: Alle Infos zum Fisch“

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