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Stationärrolle vs. Multirolle: Der ultimative Vergleich

In diesem Artikel nehmen wir die beiden beliebtesten Rollentypen unter die Lupe: die Stationärrolle und die Multirolle. Beide haben ihre Stärken und Schwächen, und je nach Situation und persönlicher Vorliebe kann die eine besser geeignet sein als die andere.

Stationärrollen sind oft die erste Wahl für Anfänger, da sie einfach zu handhaben sind und sich für viele verschiedene Angelmethoden eignen. Multirollen hingegen bieten erfahrenen Anglern mehr Kontrolle und Präzision, besonders bei großen Fischen und speziellen Angeltechniken.

Wir schauen uns die Vor- und Nachteile beider Rollentypen an und geben dir praktische Tipps, damit du die perfekte Rolle für deine Bedürfnisse findest.

Grundlagen und Unterschiede

Stationärrolle

Die Stationärrolle ist eine der am häufigsten verwendeten Rollenarten im Angelsport. Sie wird auch Spinnrolle genannt und zeichnet sich durch ihre einfache Handhabung aus, was sie besonders bei Anfängern beliebt macht.

Aufbau und Funktionsweise der Stationärrolle

Die Stationärrolle besteht aus einem feststehenden Gehäuse, einem rotierenden Schnurspulenkopf und einem Bügel, der die Schnur führt.

Beim Auswerfen öffnest du den Bügel, damit die Schnur frei ablaufen kann. Beim Einholen schließt du den Bügel wieder, und die Schnur wird durch die Rotation der Spule gleichmäßig aufgewickelt. Die Bremseinstellung ermöglicht es dir, den Widerstand der Schnur zu regulieren, was besonders beim Drill eines großen Fisches wichtig ist.

Multirolle

Die Multirolle, auch Baitcaster genannt, ist eine weitere beliebte Rollenart, die vor allem von erfahrenen Anglern geschätzt wird. Sie bietet eine hohe Kontrolle und Präzision, besonders bei schweren Ködern und größeren Fischen. Sie ermöglicht ein äußerst zielgenaues Werfen, da die Schnur direkt eingekurbelt wird. Somit hast du eine direkte Verbindung zum Köder und damit vollständige Kontrolle.

Aufbau und Funktionsweise der Multirolle

Die Multirolle hat ein geschlossenes Gehäuse, in dem sich im Gegensatz zur klassischen Stationärrolle die Spule um die eigene Achse dreht. Auf einer Seite der Multirolle befindet sich normalerweise die Kurbel, oft als Doppelkurbel bei Baitcastern, die Sternbremse und eventuell eine Rücklaufsperre. Im Gegensatz zu Stationärrollen kann die Kurbel bei Multirollen nicht umgesteckt werden.

Beim Auswerfen steuerst du die Schnurabgabe durch die Kontrolle der Spulengeschwindigkeit, was etwas Übung erfordert.

Vorteile und Nachteile

Angelrollen -Stationärrolle

✅ Vorteile der Stationärrolle

Die Stationärrolle punktet vor allem durch ihre einfachere Handhabung, was sie ideal für Angelanfänger macht. Mit ein bisschen Übung hat man schnell Erfolg beim Auswerfen, auch bei Gegenwind. Du kannst sie vielseitig einsetzen, egal ob beim Spinnfischen oder Grundangeln. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass sich Stationärrollen auf fast alle Angelruten montieren lassen.

❌ Nachteile der Stationärrolle

Jedoch hat die Stationärrolle auch ihre Tücken. Gerade bei schweren Ködern kann die Wurfweite und die Präzision begrenzt sein.

Angelrollen - Multirolle

✅ Vorteile der Multirolle

Die Multirolle hingegen bietet dir eine bessere Kontrolle bei schweren Ködern und ermöglicht größere Wurfweiten. Ihre robuste Bauweise macht sie langlebig und zuverlässig, selbst unter harten Bedingungen. Beim Vertikalangeln lässt sich die Mulitrolle mit einer Hand bedienen. Außerdem ist der Köderkontakt direkter, da die Angelschnur direkt auf die Spule kommt

Nachteile der Multirolle

Der Umgang mit der Multirolle erfordert mehr Übung, da sie einen höheren Schwierigkeitsgrad bei der Bedienung aufweist. Das kann anfänglich leicht zu Frust und Schnursalat führen. Zudem sind Multirollen oft teurer in der Anschaffung, was sie für Einsteiger weniger attraktiv macht. Nicht jede Angelrute eignet sich auch für eine Multirolle und der Köder braucht ein Mindestgewicht von ca. 8 Gramm, um überhaupt auswerfen zu können. Außerdem ist bei Gegenwind stets Vorsicht geboten, da sich die Spule überschlagen könnte, was zu Perückenbildungen beim Auswerfen führt.

Einsatzgebiete und Anglertypen

Einsatzmöglichkeiten der Stationärrolle

Die Stationärrolle ist die perfekte Wahl für Anfänger und Freizeitangler. Sie zeichnet sich durch ihre einfache Handhabung und Vielseitigkeit aus. Sie ist ideal für leichte bis mittelschwere Angelarten wie Spinnfischen und Posenangeln.

Einsatzmöglichkeiten der Multirolle

Für fortgeschrittene Angler und Profis bietet die Multirolle zahlreiche Vorteile. Ursprünglich wurden Multirollen für das Angeln auf große Meeresfische und das Schleppangeln entwickelt. Darum sind sie äußerst robust und auch salzwasserbeständig.

Aber auch zum Welsangeln oder wenn du es generell auf sehr große Fänge abgesehen hast, kann eine Multirolle die richtige Wahl sein. Selbst Ansitzangler greifen immer häufiger zu einer Multirolle, wenn es ums Fischen auf lange Distanzen geht.

Vergleich Multirolle und Stationärrolle

Technische Unterschiede und Innovationen

Bremsmechanismen und deren Unterschiede

Stationärrollen setzen meist auf Front-, Heck- oder Kampfbremsen. Frontbremsen sind aufgrund der größeren Bremsscheiben besonders einfach einzustellen. Heutzutage gibt es zahlreiche Stationärrollen, die mit einem innovativen Kombinationsmodus aus diesen drei Bremsmethoden ausgerüstet sind.

Multirollen hingegen nutzen oft Sternbremsen oder Schiebebremsen, die für präzise Kontrolle und starke Bremskraft bekannt sind. Bei einerSternbremse wird durch das Drehen des Sternrades das Hauptantriebsrad gebremst. Während bei einer Schiebebremse ein Lever Drag zum Einsatz kommt, mit dem die Bremse entweder geöffnet oder eine Spulenbremsung vorgenommen wird.

Übersetzungsverhältnisse und deren Einfluss auf das Angeln

Das Übersetzungsverhältnis gibt an, wie viel Schnur pro Kurbelumdrehung eingeholt wird. Stationärrollen haben oft höhere Übersetzungsverhältnisse (z.B. 5.1:1), was sie ideal für das schnelle Einholen macht. Multirollen bieten meist niedrigere Übersetzungen (z.B. 3.8:1), die mehr Kraft beim Einholen bieten, perfekt für größere Fische.

Material und Bauweise:

Stationärrollen sind oft aus leichten Materialien wie Aluminium oder Graphit gefertigt, was sie besonders für lange Angeltage angenehm macht. Multirollen sind meist robuster gebaut, oft aus hochfesten Aluminiumlegierungen oder sogar Edelstahl, was sie widerstandsfähiger gegen große Belastungen macht.

Kauf-Tipps und Empfehlungen

Worauf sollte man beim Kauf achten?

Stationärrolle:

  • Material der Spule:
    • z.B. Aluminium, ist glatt, ermöglicht weitere Würfe
  • Schnurlaufröllchen:
    • Aluminium oder Edelstahl
    • muss stabil sein, da viele Kräfte darauf wirken
  • Kugellager:
    • mindestens ein Kugellager vorhanden
    • nur kugelgelagerte Stationärrollen kaufen
    • 3 Kugellager sind ausreichend
  • Kurbelbarkeit:
    • Kurbel sollte bequem in der Hand liegen
    • lässt sich leicht und präzise kurbeln
    • Qualität der Kugellager ist wichtiger als die Anzahl
  • Bremssystem:
    • Front- oder Heckbremse
    • Frontbremse bietet eine lange Lebensdauer und eine stärkere Bremskraft
    • Heckbremsen haben eine geringere Bremskraft, können allerdings mit nur einem Handgriff zwischen Stärken umgestellt werden
  • Übersetzungsverhältnis:
    • höheres Verhältnis ideal für schnellgeführte Köder
    • niedrigere Übersetzung für langsam geführte Köder
  • Bügelfeder:
    • muss richtig funktionieren
    • Schnurfangbügel sollte sich richtig einrasten lassen, ohne zu klemmen
  • Vibrationen:
    • Rollenrotor sollte beim schnellen Kurbeln nicht vibrieren
  • Gewicht:
    • Besonders zum Spinnfischen eher leichte Rollen bevorzugen
  • Meine Empfehlung*:

Daiwa Ninja LT

Multirolle:

  • Material:
    • widerstandsfähig, z.B. Aluminium, Carbon, Edelstahl
  • Kugellager:
    • hochwertig, oft aus Edelstahl, für geschmeidigen Lauf
  • Getriebe:
    • langlebig und effizient (bspw. Duragear-Getriebe)
  • Bremssystem:
    • zuverlässig und fein justierbar
    • Sternbremse oder Schiebebremse
  • Schnurzähler und Schnurfassung:
    • integrierter Schnurzähler ist beim Tiefseeangeln hilfreich
    • Schnurfassung groß genug für tiefe Angelstellen
  • Übersetzungsverhältnis:
    • höheres Verhältnis ermöglicht zügiges Einholen der Schnur
    • langsamere Rollen haben in der Regel mehr Kraft
  • Rechts- oder Linkshandmodell:
    • wichtig für bequeme Handhabung
    • wer mit links bei der Stationärrolle kurbelt (üblich), sollte eine Linkshand Multirolle wählen
  • Meine Empfehlung*:

Abu Garcia Max Pro

Pflege und Wartung: Wie hält man seine Rolle in Schuss?

Pflege der Stationärrolle:

Spinnrollen sind recht einfach zu warten. Vor allem, wenn die Rolle nur im Süßwasser verwendet wurde, ist nur wenig Pflege nötig. Reinige die Rolle einmal jährlich unter fließendem Wasser, trockne sie und versehe sie am Schnurlaufröllchen, Rollenbügel und der Kurbel mit etwas Öl.

Verwendest du die Rolle im Salzwasser sollte sie nach jedem Einsatz unter fließendem Wasser gereinigt werden, um jegliche Salzablagerung und damit Korrosion zu vermeiden.

Wird die Rolle über längere Zeit nicht verwendet, achte darauf die Bremse zu lockern. Nur so kann die Feder bestmöglich geschont werden. Sonst könnte es passieren, dass die Feder an Spannung verliert und die Bremse nicht mehr wie gewohnt arbeiten kann.

Pflege der Multirolle:

Während eine Spinnrolle auch in ungepflegtem Zustand noch durchaus gut wirft, macht sich eine Multirolle sofort bemerkbar, wenn sie geölt werden will. Die Kugellager sollten also in regelmäßigen Abständen mit einigen Tropfen Öl versehen werden. Auch die Schnurführung muss immer wieder gefettet werden, um reibungslos zu laufen.

Als Faustregel lässt sich sagen, dass Schnurführung und Kugellager bei wöchentlichem Einsatz, alle drei bis vier Monate nachgefettet werden sollten. Das komplette Innenleben wird im Idealfall einmal jährlich komplett gereinigt und neu gefettet.

Fazit – Stationärrolle vs. Multirolle

Zum Abschluss lässt sich sagen, dass sowohl Stationär- als auch Multirollen ihre speziellen Vorzüge und Herausforderungen haben. Stationärrollen sind durch ihre einfache Handhabung perfekt für Anfänger und vielseitige Angelmethoden geeignet. Multirollen hingegen bieten erfahrenen Anglern mehr Kontrolle und Präzision, insbesondere bei schweren Ködern, großen Fischen oder dem Hochseeangeln.

Für Freizeitangler und Einsteiger empfiehlt sich die Stationärrolle dank ihrer Benutzerfreundlichkeit und Vielseitigkeit. Fortgeschrittene und Profi-Angler, die gezielt auf große Fische angeln und präzise Würfe benötigen, sollten zur Multirolle greifen.

Welche Rolle bevorzugst du und warum?


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4 Gedanken zu „Stationärrolle vs. Multirolle: Der ultimative Vergleich“

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